Noro Tsubame – Federleichtes Streichelgarn mit Ombré-Effekt

Noro Tsubame Material-Zusammensetzung: 50% Seide, 25% Wolle, 25% Polyamid
Einheit: 200 g im Knäuel
Lauflänge: 600m / 200 g (also 300 Meter auf 100 Gramm)
Empfohlene Nadelstärke: 4,5 – 5,5 mm
Maschenprobe: ca. 19-21 Maschen x 26-28 Reihen = 10 cm x 10 cm
Verkaufspreis pro Einheit: 39,95 Euro
Garngewicht: 4 (Medium/Worsted)

Der Name Tsubame

Eine Schwalbe auf dem Ast - Illustration zur Garnrezension von NoromaniacDie Noro Tsubame [つばめ] ist benannt nach der (Rauch)Schwalbe. Da die Schwalbe ein Zugvogel ist, gilt sie in ländlichen Regionen als Frühlingsbote; in Japan ist das die Kirschblütenzeit. Die Schwalbe ist in Asien auch ein Symbol für Treue, Glück und Erfolg und man verspricht sich durch sie, wenn sie am eigenen Haus nistet, ein harmonisches Zusammenleben ohne Neid, Eifersucht und Streit. Selbst am Eingang von öffentlichen Behörden sollen in Japan die Schwalben willkommen sein und man kann dort schon einmal Slalom um Kartons laufen müssen, die den Kot der Tiere auffangen sollen, wie ich hier bei Anika lesen konnte. Glück kann eben jeder gebrauchen.

Also welch ein Name für ein Garn, mit dem man sich für den Frühling und für kühle Sommernächte etwas Schönes stricken (oder häkeln) kann. Und da sind wir auch schon mitten in der Garn-Rezension …

Die Noro Tsubame #06 (vorn) und die Farbe #10 (hinten) im 200 g-Garnknäuel. Foto: Katrin Walter - Noromaniac

Die Eigenschaften der Noro Tsubame

Federleicht und superweich

Das Garn ist federleicht. Es hat einen relativ trockenen und kühlen Griff, typisch für Seide (wie auch die Leichtigkeit), die in diesem Designergarn 50 % der Garnmischung ausmacht. Das Garn ist superweich und wahnsinnig angenehm auch direkt auf der Haut zu tragen. Der Faden wirkt eher voluminös, hat aber aufgrund seiner Leichtigkeit trotzdem eine hohe Lauflänge und man kommt irre weit mit einem einzigen Knäuel. Zugegeben, es sind 200 g-Knäule aber durch die langen Farbrapporte macht es richtig Spaß größere Teile aus der Noro Tsubame zu gestalten, damit keine der hübschen Farben herausfällt.

Das Strickbild

Hier findest du wieder die leicht wechselnde Fadendicke, die durch die typische Verarbeitungsmethode bei Noro entsteht. Wenn man an die viele Seide denkt, die hier drinsteckt, könnten diese leichten Verdickungen eine Assoziation an die kleinen Unregelmäßigkeiten in einem Gewebe aus Wildseide wecken. In jedem Fall geben sie diesem Garn, neben den wundervollen Farben, eine interessante Optik. Damit eignet sich die Noro Tsubame wundervoll auch für Strickanfänger*innen, da Ungleichmäßigkeiten im Gestrick weniger auffallen.

Das Strickbild der fluffigen Noro Tsubame erinnert sonst eher an Wolle wie Noro Kureyon und auch etwas an Noro Kagayaki aber hier mit viel mehr Farben und Seide. Und durch diese Qualitäten ist sie eben genau die richtige Garn-Wahl für die Übergangszeit: kuschelig und trotzdem „cool“ … kein Wunder für ein Garn, dass dem Frühlingsboten gewidmet ist.

Die Noro Tsubame #06 glatt rechts verstrickt und im Restknäuel. Foto: Katrin Walter - Noromaniac

Ein Streichelgarn-Träumchen

Die Noro Tsubame strickt sich sehr schnell, sie rutscht praktisch fast von allein über die Nadel und schon beim Stricken hat man das Gefühl, dass man vom Garn gestreichelt wird und will gar nicht mehr aufhören. Nur an den locker gezwirnten Stellen sollte man immer etwas aufpassen, um nicht in das Garn einzustechen, denn dann kann es an diesen Stellen reißen. Sollte es dir doch einmal passieren, so macht das auch nichts: Du strickt einfach etwas zurück und verbindest die beiden Fadenenden an stabileren Stellen mit dem Frankfurter Knoten, den ich hier beschrieben habe. Die paar Zentimeter, die du verlierst, fallen kaum ins Gewicht, da die Farbverläufe in der Noro Tsubame wirklich großzügig ausfallen. Sonst ist das Garn jedoch relativ reißfest.

Die Verarbeitung der Noro Tsubame

Das Garn ist ganz locker aufgewickelt und man kann es einfach sowohl von innen als auch von außen abstricken. Dabei würde ich trotzdem immer etwas Faden herausziehen oder abwickeln, damit die Fluffigkeit voll bestehen bleibt und du das 200 g-Knäuel nicht immer mitziehen musst. Am besten finde ich es, das Garn von außen „strähnenweise“ vom Knäuel abzunehmen. Dann liegt keinerlei Zug auf ihm und das Stricken geht superschnell von der Hand; Häkeln natürlich auch.

Trotz ihrer Weichheit und Leichtigkeit haben die gestrickten und gehäkelten Teile einen schönen Fall und sogar etwas Stand. Bisher habe ich sie allerdings noch nicht gewaschen (ich berichte dann) und beende erst in Kürze meinem Kurzmantel aus der wunderschönen Noro Tsubame Farbe 6 (coming soon).

Damit du jedoch jetzt schon sehen kannst, was dieses Streichelgarn-Träumchen so hermacht, zeige ich dir unten ein paar Modelle, die es schon aus der Noro Tsubame gibt, und meine ersten Fotos vom Garn. Doch zuvor schauen wir auf …

Die Farben der Noro Tsubame

Die Farben leuchten unglaublich satt auf dieser zart schimmernden „Leinwand“ der Noro Tsubame aus viel Seide mit etwas Polyamid und Wolle. Die Rapporte sind, wie schon gesagt, sehr lang und so kann man daraus wunderschöne Sachen designen, bei denen sich die Farben nicht so schnell wiederholen.

Jeder Farbrapport besteht aus circa 12 Farben, die regelrecht ineinanderfließen, wie bei einem Ombré-Effekt, und dadurch wirken sie wie 14 bis 18 Farben. Durch diesen teilweise „schattierenden“ Farbverlauf (Ombré stammt aus dem Französischen und heißt soviel wie „schattiert“), der für allmähliche Übergänge sorgt und teilweise „harten“ Farbwechseln bekommt dieses Garn eine unglaubliche Spannung. Es ist zwar bunt aber wirkt auf ganz besondere Weise sehr sehr harmonisch durch die vielen tonigen Abstufungen.

Die Farbrapporte im Einzelnen

Jeder Rapport wirkt unglaublich stimmig und trotz der Vielfarbigkeit gar nicht bunt. Aber schau selbst. Das sind die Farben, die im Frühjahr 2020 auf den Weltmarkt gekommen sind:

#02 Kamaishi
Noromaniac Farbe des Garns #02 Kamaishi der Farbrapport

#03 Sakado
Noromaniac Farbe des Garns #03 Sakado der Farbrapport

#04 Amagasaki
Noromaniac Farbe des Garns #04 Amagasaki der Farbrapport

#06 Wakkanai
Noromaniac Noro Tsubame #06 Wakkanai der Farbrapport

#08 Numazu
Noromaniac Farbe des Garns #08 Nummazu der Farbrapport

#09 Yatsushiro
Farbe des Garns #09 Yatsushiro der Farbrapport

#10 Tolamachi
Noromaniac Noro Tsubame #10 Tokomachi der Farbrapport

#11 Oyama
Noromaniac Noro Tsubame #11 Oyama der Farbrapport

Wieso die Farben 01, 05 und 07 fehlen, kann ich nicht sagen. Vielleicht sind es Farben, die es nur in Japan gibt. Aber das haben wir ja oft, dass die Farben nicht durchgehend nummeriert sind. Ich versuche dazu einmal mehr rauszubekommen und wenn ich etwas erfahre, wirst du es hier lesen können. Alle aktuell verfügbaren Farben findest du immer auf der Seite von Knittingfever.

Die Farben in den Design-Modellen aus Noro Tsubame

Was ich aus diesem Norogarn gemacht habe, kannst du hier im Blog finden…

Erste Modelle aus der Noro Tsubame findest du im Noro Knitting Magazine 16, wie immer toll gestylt.

Der Lace Cable Scarf von Alexandra Davidoff mit Fransen und Taschen aus der Noro Tsubame 10. Foto Noro Magazine 16. Das Model ist übrigens das gleiche, das auch meinen Mantel trägt:
Lace Cable Scarf, Pattern-Design Alexandra Davidoff ist ein Schal mit Fransen und Taschen aus dem Noro Knitting Magazine 16 - Noromaniac

Und hier siehst du die Farbe 10 noch einmal im Knäuel. Foto Katrin Walter:
Ein Knäuel Noro Tsubame #10 Yarn mit Pink-Tönen, Türkis und Grün. Foto: Katrin Walter - Noromaniac

Wenn dir dieser „Eyelet Scarf“ bekannt vorkommt, dann liegt das wohl am Muster, das auch bereits im Dreieckstuch aus der Noro Kotori steckt (aus dem Noro Magazine 13), das ebenfalls von Rosemary Drysdale designt wurde, wie dieser Schal aus Farbe 02. Foto Noro Magazine 16:
Eyelet Scarf Pattern-Design von Rosemary Drysdale aus Noro Tsubame #02 Foto: Noro Knitting Magazine 16 - Noromaniac

Aus der gleichen Farbe 02 siehst du hier eine kleine Strickjacke, den so genannten Boxy Cardigan direkt vom Noro Design Team. Foto Noro Magazine 16:
Boxy Cardigan aus Noro Tsubmae #02, Pattern: Noro Design Team - Foto: Noro Knitting Magazine 16 - Noromaniac

Der Peacock Wrap von Matthew Schrank, der auch auf dem Cover des aktuellen Noro Magazins angebildet ist, aus der Noro Tsubame 06 hat eine asymmetrische Form und ein hübsches Lacemuster, das fast in dem weichen Gestrick untergeht. Foto Noro Magazine 16:
Peacock Wrap, ein aszmetrischer Schal Pattern-Design Matthew Schrank Yarn: Noro Tsubame 06 Foto Noro Magazine 16
Noro Knitting Magazine 16 - Cover. In diesem Heft erscheinen die ersten Modelle aus Noro Tsubame. Noromaniac

Und gleich noch einmal die Farbe 06 im vollen und bereits abgestrickten Knäuel. Fotos Katrin Walter:
Ein Knäuel Noro Tsubame #06 Yarn mit seinen herrlich leuchtenden Farben mit Grünabstufungen, Gelb, Blau, Rot und Natur. Foto: Katrin Walter - Noromaniac
Yarn Noro Tsubame #06 verstrickt mit einem kleinen Restknäuel und dem Schild des Garns. Foto: Katrin Walter - Noromaniac

Jetzt bist du aber vielleicht doch etwas neidisch, dass du dieses Garn noch nicht in deinem Vorrat hast, nicht wahr? Da hast du nun zwei Alternativen: Noro Tsubame kaufen oder auf ein Schwalbennest an deinem Haus hoffen (dass dir ganz viel Glück beschert, wie zum Beispiel ein Geschenk in Form so eines federleichten Träumchens) 😉

Solltest du weitere Fragen haben, kontaktiere mich gern… und wenn ich dir hiermit wertvolle Infos für dein Projekt geben konnte, kannst du dich gern bei mir mit einem Tässchen Kaffee oder Cappuccino bedanken, hier klicken und Betrag dafür eingeben… Danke sehr 🙂

Zu den Modellen von Noromaniac kommst du hier…