Noro Kotori – Cool Wool mit Neon-Highlights

Noro Kotori Materialzusammensetzung: 75% Wolle, 10% Baumwolle, 8% Viskose, 7% Seide
Einheit: 100 g
Lauflänge: 280 m / 100 g
Empfohlene Nadelstärke: 4,0 – 4,5 mm
Maschenprobe: ca. 16-18 Maschen x 24-26 Reihen = 10 x 10 cm
Verkaufspreis pro Einheit: 18,95 Euro
Garngewicht: 4 (Worsted)

Das japanische Wort Kotori [ ことり] bedeutet kleiner Vogel oder glücklicher Vogel bzw. Singvögelchen, sowie – in einer zweiten Bedeutung – Klack oder heller, schlagender Klang. Genau daran erinnern wohl die neonfarbenen Sprengsel im Garn, die wie helle Lichtpunkte wirken. Sie kommen mal als einzelne Masche, mal etwas gehäufter vor und sorgen für einen coolen Rhythmus, ohne die Klangfarbe des Garns zu bestimmen.

Drei Knäule der Noro Kotori Farbe #08. Foto: Katrin Walter - Noromaniac
Kotori Farbe #08

Cool Wool

Eigentlich werden mit „Cool Wool“ luftdurchlässige und temperaturausgleichende Bekleidungsstoffe bezeichnet, die aus reiner leichter Schurwolle bestehen und einen typischen, kühlen Griff aufweisen. Die Noro Kotori hat zwar 25% andere Fasern neben der Wolle aber sie ist leicht und hat auch etwas diesen kühlen Griff, was sie für Projekte rund ums Jahr prädestiniert.

Coole Neon-Sprenkel auf dezentem Farbverlauf

Und noch etwas wirkt cool – zumindest für mich, da ich auf Neon stehe –, und dass sind die neonfarbenen Akzente im Garn. Sie wirken wir Highlights, die von Eisaku Noro und seinem Team perfekt platziert wurden und das Garn zum Strahlen bringen, wie durch viele kleine Lichtpunkte.
Die Noro Kotori ist das einzige Norogarn, das solche neonfarbenen Glanzpunkte hat, auch wenn bei Noro natürlich alle Farben sehr intensiv strahlen: Dafür ist der Hersteller bekannt. Hier in der Noro Kotori kommen diese Tupfen besonders gut zur Geltung, weil der sonstige Farbverlauf eher dezent ist. Obwohl in ihm jede Menge Töne stecken, sind die Farb-Frequenzen sehr kurz. Und trotz der vielen kleinen Tupfen wirkt das Garn, als hätte es einen langen Farbverlauf, der wiederum schön unregelmäßig ist, sodass du dir einzigartige Teile daraus stricken oder häkeln kannst.

Du merkst, ich bin extrem begeistert. 🙂

Noros typische Masche

Die vielen bunten „Fun Pops“ machen das Garn wirklich sehr interessant und formen es zu einem eleganten Gesamtbild. Es wirkt wie die handgefärbten gesprenkelten Garne, nur dass bei Noro der Weg zum Resultat viel aufwendiger ist. Jeder einzelne Sprenkel wird von Hand nach dem Färben eingesponnen. Im Gegensatz dazu werden bei handgefärbten Strängen anderer Manufakturen die bereits fertige Wollstränge mit kürzeren oder längeren Farb-Abschnitten nachträglich eingefärbt.

Bei Noro entstehen durch den speziellen Verarbeitungsprozess „zuerst Färben und dann Verspinnen“ dickere und dünnere Abschnitte, was dem Garn (und nicht nur diesem) eine besondere Textur und eine Art Dreidimensionalität schenkt. Darum lieben Norofans, wie ich, diese Garne auch so sehr.

Meine Tipps und Empfehlungen zur Verarbeitung der Noro Kotori

Perfekt für Lockerstrickende

Ich habe irgendwo gelesen, dass sich eine Strickerin darüber beschwerte, dass das Garn leicht reißen würde. Diese Erfahrung kann ich nicht bestätigen, da ich mir in letzter Zeit angewöhnt habe, lockerer zu stricken. Für wirklich sehr fest strickende Zeitgenossen und -genossinnen, ist die Noro Kotori aber vielleicht wirklich nichts. Der Faden ist teilweise nicht stark versponnen und wer dann fester daran zieht, zerreißt den Faden wohl doch schnell. Wer sich auf das Garn einlässt, findet jedoch diese Lockerheit aus dem Ausgangsfaden dann auch im herrlich weichen Strickstück wieder.

Die Noro Kotori ist ein hervorragendes Garn zum Stricken von Schals, Tüchern und weich fallenden Ponchos!

Pflegetipps

Nach dem Anfeuchten und Trockenen trägt das Garn überhaupt nicht auf, es wird zu einem glatten Gewebe (mit ein paar aufpoppenden Maschen, da wo das Garn weniger versponnen ist), was am ende sehr schön fällt.

Doch bitte nur sehr sehr vorsichtig spannen. Dabei braucht man nicht einmal Nadeln. Es genügt, das Teil anzufeuchten, auszubreiten, leicht in Form zu zupfen und dann komplett trocknen zu lassen. Und unbedingt nur mit der Hand ganz sanft waschen. Auch wenn du ein Wollprogramm in deiner Waschmaschine hast, würde ich es der Noro Kotori lieber nicht antun. Das Garn ist handgemacht, dein Strickteil ist handgemacht … also besser auch per Hand waschen!!! Das mit der Handwäsche gilt nicht unbedingt für alle Norogarne aber für die Noro Kotori auf jeden Fall. Beim Waschen am besten ein ganz mildes Pflegemittel verwenden, bei dem man das Strickteil nur einlegen muss, ohne es zu reiben.

Die Noro Kotori verstrickt vor dem Spannen. Foto: Katrin Walter - Noromaniac Die Noro Kotori verstrickt nach dem Spannen. Foto: Katrin Walter - Noromaniac
Links (oder oben) das Garn vor dem Spannen und recht (oder unten) nach dem Spannen (nur durch Anfeuchten und Auslegen, ohne es mit Nadeln festzupinnen, dehnt es sich schon sehr)

Veränderung des Garns beim Spannen

Besonders gefiel mir die Textur des frisch verstrickten Garns. Leider geht beim Befeuchten und Spannen (gewaschen habe ich es noch nicht) die Fluffigkeit etwas flöten (vielleicht haben ich auch zu viel gezupft?) und das Garn wirkt danach irgendwie “gebügelt”. Im Gegenzug wird das Gestrick dann sehr sehr leicht und etwas platter/dünner als nach dem Stricken. Dafür trägt es dann kein bisschen mehr auf. Allerdings musst du das vor dem Stricken bei der Entscheidung zur Größe beachten (beim Häkeln ist die Elastizität eh geringer und das Problem taucht weniger auf, habe ich allerdings nicht ausprobiert, sondern bisher nur gestrickt).

Das mit dem Lockern habe ich leider nicht vorab gewusst und erst durch das Ausprobieren erfahren und genau deshalb, schreibe ich es hier für dich auf. Möchtest du also aus der Noro Kotori etwas zum Anziehen stricken, mache bitte unbedingt eine Maschenprobe, feuchte sie an (oder wasche sie sogar), spanne sie leicht und errechne erst nach dem Trocknen daran die Größe der zu strickenden Einzelteile (Du siehst, ich war da etwas fauler und habe einfach losgetrickt). Wenn du dich jedoch eh für ein Tuch entscheidest, ist es nicht schlimm, wenn es danach größer wird, denn je größer ein Tuch ist, umso besser, und umso mehr kannst du dich darin einhüllen.

Trotz dieser Eigenschaft, liebe ich die Noro Kotori sehr. Diese unglaubliche Dehnbarkeit kann man auch positiv sehen, als große Ergiebigkeit.

Die Farbpalette der Noro Kotori

Da ich, wie bereits bemerkt, auf Neon stehe, bin ich besonders von den Neon-Sprenkeln im Garn angetan. Sie sind deutlich sichtbar aber gleichzeitig auch so dezent, dass ich das Garn als eher elegant als tweedig-rustikal wahrnehme. Dabei habe ich mich vor allem in die Farbnummer #08 verguckt, nicht nur, weil ich sie im Ausverkauf bekommen habe, sondern weil die Farben traumhaft schön sind: mit einem rosa-braunen Basis-Ton, etwas Jeans- und Türkisblau, ein paar dunklere Tupfen, die mal Braun mal Lila sind, und ein paar in (Neon-)Rosa sowie in einer herrlichen hellorangen Neonfarbe.

Die Sprengsel sind so dezent und perfekt platziert, dass das Gesamtbild – wie so typisch für Noro – so wahnsinnig harmonisch wirkt, dass ich meinen Blick gar nicht mehr abwenden kann und will. Ein Traum!

In Kürze zeige ich dir meine (bisher) zwei Teile aus dem Garn im Blog. Aber ich verrate dir schon, dass ich diesmal auf bereits bestehende Modelle gesetzt und diese nachgestrickt habe, da sie für mich einfach perfekt waren. Das gleiche werde ich wohl auch mit der Farbnummer #03 machen, von der ich mir drei Knäule gegönnt habe. Dann gibt es da noch ein einsames Knäuel der Farbnummer #09 mit ganz neutralen Farben (siehe unten). Was daraus wird, weiß ich heute noch nicht. Einfach im Blog den Tag Noro Kotori klicken und du wirst es früher oder später erfahren. 😉

Die Farben im Einzelnen

Jeder Farbrapport hat seine Highlights. Und sehen wir mal ab von

  • Orangeville, wo das Orange des Rapports dominiert und die größte Leuchtkraft hat und
  • Burgundy, wo eine Art Pflaumen-Pink-Burgunder strahlt, sowie
  • Espresso, in dessen Grau-Brau-Tönen ein Weinrot und ein Naturweiß die Akzente setzen,

dann finden sich – neben den von mir aufgeführten Haupt-Neon-Highlights – auch noch Sprenkel anderer Neontöne, die fast willkürlich eingestreut wirken aber zu einem jeweils sehr harmonischen Gesamtbild beitragen.

#03 Hikari – Wallflower … mit Neon-Pink und Neon-Hellgrün
Der Farbrapport des Kotori-Norogarns #03 - Farb-Beschreibung auf der Noromaniac-Garn-Seite

#05 Yachiyo – Dreamcatcher … mit Neon-Lime, -Grün und -Pink
Der Farbrapport des Farbe #05 - Farb-Beschreibung auf der Noromaniac-Garn-Seite

#06 Abashiri – Orangeville … hier ist das Orange des Farbverlaufs das leuchtende Highlight
Der Farbrapport des Kotori-Norogarns #06 - Farb-Beschreibung auf der Noromaniac-Garn-Seite

#07 Toyama – Labyrinth … mit Neon-Hellgrün, -Grün und -Pink
Der Farbrapport der Farbe #07 - Farb-Beschreibung auf der Noromaniac-Garn-Seite

#08 Hadano – Valentine … mit Neon-Rosa und Neon-Hellorange
Der Farbrapport des Kotori-Norogarns #08 - Farb-Beschreibung auf der Noromaniac-Garn-Seite

#09 Shimada – Espresso … mit einem Naturweiß als Highlight sowie einem Weinrot (da man sie hier auf dem Rapport-Foto kaum sieht, findest du darunter noch einmal das Knäuel von mir fotografiert, auf dem du die Farben besser sehen kannst)
Der Farbrapport des Kotori-Norogarns #09 - Farb-Beschreibung auf der Noromaniac-Garn-Seite
Ein Garn-Knäuel Noto Kotori der Farbe #09 mit Brauntönen und Highlights in Natur und Weinrot. Foto: Katrin Walter - Noromaniac

#13 Imabari – Violaceous … mit Neon-Lila und -Türkis
Der Farbrapport der Fsrbe #13 - Farb-Beschreibung auf der Noromaniac-Garn-Seite

#15 Obihiro – Timberland … mit Neon-Gelbgrün und -Grün
Der Farbrapport der Farbe #15 - Farb-Beschreibung auf der Noromaniac-Garn-Seite

#16 Kahoku – Burgundy … hier ist es das dunkle Pink des Farbverlaufs, das strahlt
Der Farbrapport des Kotori-Norogarns #16 - Farb-Beschreibung auf der Noromaniac-Garn-Seite

Ein paar gestrickte Modelle aus dem Garn Noro Kotori

Der Poncho mit Armstulpen aus der Farbnummer #06. Design: Mari Lynn Patrick. Foto Noro Magazine (11):

Poncho und Armstulpen in der Farbe Orangeville mit eben viel Orange

Das Dreieck-Tuch aus der Farbnummer #08. Design: Rosemary Drzsdale. Foto Noro Magazine (13):

Dreiecktuch aus Kotori 8 in Rosa-Brauntönen mit etwas Blautönen

Der Oversize-Pullover aus der Farbnummer #16. Design und Foto Noro Design-Team (erschienen im Noro Magazine 13):

Weiter Pullover aus Kotori 16 in Burgunder- und Pink-Farben

Noch ein Pullover mit V-Ausschnitt aus der Farbnummer #07. Ebenfalls Design und Foto Noro Design-Team (erschienen im Noro Magazine 11):

Leichter Pullover mit V-ausschnitt in Grüntönen vom Noro-Designteam

Und hier wurde die Farbnummer #03 der Noro Kotori mit der Noro Silk Garden Solo #10 zu einem Schulterwärmer im Patent verstrickt und damit die Farben der Kotori etwas gedämpft; ist aber trotzdem sehr schön. Design: Theresa Schabes. Foto Noro Magazine (11):

Schulterwärmer im zweifarbigen Patent aus Silk Garden Solo 10 mit Kotori 3 in Rosa-Pink-Lila-Grün- und Brauntänen

Fazit zur Noro Kotori

Das perfekte „Mehrjahreszeiten“-Garn für-Strick- oder Häkelprojekte. Lustige Farbspitzer sorgen für eine heitere, jugendliche Anmutung. Trotzdem wirkt das Garn eher elegant durch die unglaublich harmonischen Farbzusammenstellungen. Ich liebe die Noro Kotori und bin traurig, dass sie im Jahr 2020 schon wieder aus dem Programm von Noro/KnittingFever genommen wurde.


Solltest du weitere Fragen haben, kontaktiere mich gern… und wenn ich dir hiermit wertvolle Infos für dein Projekt geben konnte, kannst du dich gern bei mir mit einem Tässchen Kaffee oder Cappuccino bedanken, hier klicken und Betrag dafür eingeben… Danke sehr 🙂