Verrückt nach Noro-Garn
 
Noromaniac

Noro Haruito – soft und farbenfroh

Noro Haruito Materialzusammensetzung: 40% Seide, 40% Baumwolle, 20% Polyamid
Einheit: 150 g
Lauflänge: 375 m auf 150 g (also 250 m auf 100 g)
Empfohlene Nadelstärke: 4,0–4,5 mm
Maschenprobe: ca. 18-20 Maschen x 22-26 Reihen = 10 x 10 cm
Verkaufspreis pro Einheit: 31,95 – 42,00 Euro (die Differenz ergibt sich aus der Preispolitik jedes einzelnen Garnhändlers)
Garngewicht: 4
Herkunftsland: Japan.

Stilisierte bunte Blüten als Frühlingsboten in einer Zeichnung zur Illustration der Garnrezension von Katrin Walter – NoromaniacDer Name Haruito [はるいと] für dieses im Frühjahr/Sommer 2023 gelaunchte Garn aus Japan setzt sich aus zwei Wortteilen zusammen Haru und Ito. Haru ist der japanisch Begriff für Frühling und Ito für Faden … also Faden oder eben Garn für den Frühling. Es ist die Jahreszeit, in der es überall zu blühen beginnt und bunte Blumen unser Auge erfreuen. In jeder Region der Welt fallen die Jahreszeiten jedoch etwas unterschiedlich aus, also seien wir nicht so streng und stricken ruhig auch im Sommer und Herbst damit. 😉

Abbildung des 150-g-Knäuel appetitlich angerichtet auf eine Teller mit Stricknadel-„Stäbchen“ im Noro Knitting & Crochet Magazine Issue 22. Foto: Soho/NoroMagazine – Noromaniac.
So wurde die Noro Haruito im Noro Magazine 22 eingeführt. Na, schon Appetit bekommen auf einen Sommerstrick?
Noromaniacs Nerdy-Kommentar zur Noro Haru-ito

Aufgrund dieses zweiten Wortteils, Ito, vergleichen viele dieses Garn mit der Noro Ito, doch ich finde damit hat sie nun wirklich überhaupt nichts zu tun. Es ist wahrscheinlich nur der Wunsch, dass die Noro Haruito die gleiche Popularität erlangen möge, wie die Ito.

Im folgenden Bild links die Noro Ito (aus meinem gestrickten Mantel), rechts die Noro Haruito. Die Farbstreifen sind bei der Ito sehr viel schmaler und es gibt dort  viel mehr Farben im Rapport, zudem ist das Material ganz anders, 100 % Wolle.

Vergleich der Strickbilder und der Garnanmutung der japanischen Norowolle Noro Ito (links) und Noro Haruito (rechts). Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Um den Vergleich anzutreten, genügt es, sie einfach einmal anzufassen und ihre glatte und softe Haptik zu spüren oder – von mir aus – sie auch zu vergleichen, doch mit dem richtigen Garn (siehe nächster Punkt).

Ob das Haruito-Garn ein Hit bei den Norofans wird hängt natürlich auch davon ab, ob sie weiterhin oder zumindest ein paar Jahre im Programm bleibt und wir die Chance haben, sie in vielen Modellen auszuprobieren.

Die Anmutung und Haptik der Noro Haruito

Vom Look her, also der Breite der Farbsteifen, der Art, wie eine Farbe in die andere wechselt, würde ich die Noro Haruito eher mit der Noro Taiyo vergleichen. Ein Norogarn, das aus sehr sehr beliebt war und leider aus dem Programm genommen wurde. Dort ist auch die Materialzusammensetzung ähnlich, wir haben (hatten) in der Taiyo auch Baumwolle, Seide und etwas Polyamid und sogar 15 % Wolle, die es bei der Haruito nicht gibt. Trotzdem liegt für mich dieser Vergleich viel näher.

Im folgenden Bild links siehst du die Noro Taiyo (meine romantische Tasche), rechts die Noro Haruito. Die Breite der Farbstreifen ist ähnlich und auch die Textur.

Vergleich der Strickbilder und der Garnanmutung der beiden Norogarne aus Japan Noro Taiyo (links) und Noro Haruito (rechts). Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Von der Haptik her kommt sie in Weichheit (wenn du sie locker strickst) eher an die Noro Kakigori ran, aber auch hier passt der Vergleich zur Taiyo.

Von der Lauflänge liegt sie genau in der Mitte:

  • Noro Kakigori 600 m auf 200 g, also 300 m auf 100 g
  • Noro Haruito 375 m auf 150 g, also 250 m auf 100 g
  • Noro Taiyo 200 m auf 100 g

Die Qualität des Haru-Fadens

Für Noro-Verhältnisse ist der Faden doch relativ uniform mit den typischen Verdickungen durch die manuelle Verarbeitung. Auch hier greift die Wabi-Sabi-Philosophie von Noro, die natürliche Unvollkommenheiten begrüßt und die Eigenschaften der Ausgangsmaterialien, so weit es möglich ist, zu bewahren versucht.

Ein paar abgewickelte Fäden der Noro Haruito zum Erkennen der Struktur des Fadens dieses Garns aus Japan. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Wir finden hier die gleiche wattige Textur wie bei der Kakigori, nur bei der Noro Haruito wirkt der Faden deutlich fester. Er liegt, auch was die Festigkeit angeht, genau zwischen Taiyo und Kakigori.

Hier sieht du die 150-g-Knäule der Noro Haruito in den Farben #6 Myōkō (links) mit herausgezogenen Fäden zum besseren Erkennen der Struktur und #10 Ukiha (rechts). Herrlich leuchtende Farben – Noromaniac
Links im Bild die Farbe 06, rechts die Farbe 10.
150-g-Norogarnknäule in den Farben #2 Inhabe (links) und #03 Honjo (rechts). Selbst die blasseren Farben der #3 sind sehr brillant. Einfach eine Augenweide – Noromaniac
Links Noro Haruito Farbe 02 im Knäuel, rechts die Farbe 03.

Stricken mit der Noro Haruito

Ich habe mein Strickteil mit der größeren der empfohlenen Nadeln gearbeitet, einer Rundstricknadel 4,5 mm. Dazu fiel meine Wahl auf ein Lace-Muster, das ich zudem noch relativ locker stricke.

Gestricktes Lace-Muster aus Norogarn im Farbverlauf in den Wasserfarben des Rapports 06 Myoko. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Herausgekommen ist ein sehr weiches, fließendes Gestrick (noch ungeblockt). Es soll ein leichter Cardigan werden und sobald er fertig ist, kannst du ihn unter den Projekten bewundern.

Aufgrund der glatten, seidigen Struktur kann man das Garn wunderbar direkt auf der Haut tragen. Daher ist es ideal für Pullis, Sommerjacken, Sommerschals und Stolen, in die man sich einwickeln kann, wenn es mal abends kühler wird. Die Noro Hairuto ist auch eine perfekte Wahl für eine softe Babydecke.

Drei Knäuel der Noro Haruito Farbe #06 Myoko mit den typischen Banderolen und Etiketten des Designergarns aus Japan. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Die Norofarben mit WOW-Effekt

Zum Launch des Garn kamen sieben schönen und fröhlichen Farbverläufe mit meist satten Farben auf den Markt. Da hast du wirklich die Qual der Wahl, da sie ziemlich unterschiedlich sind und alle schön sind. Mit der Farbnummer 11 offeriert uns die Eisaku Noro & Co. Ltd auch eine Variante mit einer geringeren Anzahl an Farben. Obwohl das Garn „Frühling“ im Namen trägt, verorte ich einige Farben durchaus auch in andere Seasons. Die Farbe 06 lässt mich zum Beispiel an einen Sommer am Meer denken. Doch schauen wir die Farben der Noro Haruito gemeinsam an …

Die Farbrapporte der Noro Haruiko

01 Hakusan

… mit Braun- und Blautönen, Weiß, etwas Orange, Gelb, Grüngelb und Dunkelgrün … wie ein sonniger Tag mitten in der Natur mit stahlblauen Himmel. Ein toller Farbrapport, der je nach Verarbeitung (siehe unten bei den Modellen) anders wirkt.

Farbe #01 Hakusan mit Braun- und Blautönen, weiß, etwas Orange, Gelb, Grüngelb und Dunkelgrün – Noromaniac

Hier die gleiche Farbe noch einmal im Knäuel

Die spektakulären Farben der #01 Hakusan im 150-g-Knäuel – Noromaniac

02 Inabe

… mit dem gleiche Abschnitt aus Gelb, Grüngelb, Dunkelgrün und Braun aus der Farbe 1 doch hier geht es danach mit Weiß und Hellbraun, Orange, Apricot, Pink, Türkis, dann noch einem dunkleren Pink und einem zarten Fliederton weiter … ein Farbverlauf, der satten Farben von Blüten oder reifen Früchten mit gedämpften Erdtönen mischt, die man vom Frühling bis in den Herbst finden kann

Farbe #02 Inabe mit dem gleiche Abschnitt aus Gelb, Grüngelb, Dunkelgrün und Braun aus der Farbe 1, aber dann mit Weiß und Hellbraun, Orange, Apricot, Pink, Türkis, einem dunkleren Pink und einem zarten Fliederton – Noromaniac

03 Honjo

… mit Grau und Weiß, einem Gelbgrün, Türkis, Rosa und einem noch zarteren Rosaton repräsentiert dieser Farbverlauf wohl das allererste Stadium des Frühlings, den Zeitpunkt, an dem die ersten Frühlingsblüher aus dem kargen, noch mit Schnee bedeckten Boden spießen

Farbe #03 Honjo mit Grau und Weiß, einem Gelbgrün, Türkis, Rosa und Zartrosa – Noromaniac

06 Myoko

… mit Wasserfarben, die in verschiedenen Blautönen sowie jade- und seegrasfarben schillern, etwas Graubraun und ein blasser Rosaton könnten die Steine im seichten Wasser wiederspiegeln … wie ein Blick auf das glitzernde Wasser an einer Uferzone im Sommerlicht

Farbe #06 Myoko mit Wasserfarben in verschiedenen Blautönen, Jade, Seegras, etwas Graubraun und ein blasses Rosa – Noromaniac

07 Hasuda

… mit sehr warmen Farben, verschiedenen Gelbtönen, Olivgrün und andere Grüns mit einem Hauch Orange und Anthrazit und auch hier mit etwas Rosa … diese Farben könnten den Beginn der Rapsblühte im Frühling darstellen oder ein Feld mit Sonnenblumen, die eher auf den Spätsommer oder Herbst verweisen

Farbe #07 Hasuda mit sehr warmen Farben, wie verschiedene Gelbtöne, Olivgrün und andere Grüns mit einem Hauch Orange, Anthrazit und etwas Rosa – Noromaniac

10 Ukiha

… mit lieblichen Pink- und Rosatönen, die von Orange und knalligem Gelb unterstützt werden, und einem winzigen Hauch Grün und Mint … dieser Farbverlauf wirkt sehr tonig, obwohl es viele Nuancen im Rapport gibt. Wer Pink liebt, kommt an dieser Farbe nicht vorbei

Farbe #10 Ukiha mit lieblichen Pink- und Rosatönen, Orange, knalligem Gelb und einen Hauch Grün und Mint – Noromaniac

11 Meguro

… mit kräftigem Bonbonrosa und Off-White und dazu ein mattes Rotlila, das einmal von Hellblau und einmal von einem Grünblau unterbrochen wird … erinnert Meguro fast an die Noro Akari … der Farbverlauf wirkt bei der Farbe 11 irgendwie ruhiger und länger als bei den anderen Farben der Noro Haruito: schön und außergewöhnlich

Farbe #11 Meguro mit kräftigem Bonbonrosa, Off-White, mattem Rotlila, Hellblau und Grünblau – Noromaniac

Noro-Haruito-Modelle gestrickt und gehäkelt

Die ersten Modelle aus der Noro Haruito wurden im Noro Magazine 22 vorgestellt, ganz genau drei und alles Strickjacken. Ich habe für dich noch etwas mehr recherchiert, aber nur noch ein weiteres Design mehr gefunden, einen gehäkelten Hut aus der Farbe 01 vom Noro Design Team aus Japan:

Häkel-Hut aus der Noro Haruito #01 Hakusan vom Noro Design Team aus Japan. Er ist ganz einfach aus Stäbchen und Luftmaschen gehäkelt und den Rest der Wirkung macht das tolle Garn: einfach unf wirkungsvoll. Foto: Eisaku Noro & Co. Ltd. – Noromaniac.

Ebenfalls vom Noro Design Team ist eines der Strickjacken im Heft. Dort wird sie in der Farbe 02 gezeigt. Ich stelle dir daneben das gleiche Modell noch einmal aus der Farbe 01 vor, zum Vergleich für die Wirkung dieser beiden Farbrapporte. Der kurze Cardigan wurde größtenteils glatt rechts gestrickt mit Rippenbündchen und etwas Lace-Muster an der Passe und an den unteren Rändern der Ärmel und der Jacke. Ihr Name ist Zaimokuza und du brauchst dafür 3 bis 4 Knäule der Noro Haruito:

Ein Modell, die Strickjacke Zaimokuza vom Noro Design Team aus Japan, in zwei unterschiedlichen Farbrapporten, der Noro Haruito #01 Hakusan und der Noro Haruito #2 Inhabe zum Vergleich. Foto: Eisaku Noro & Co. Ltd. für Noro Magazine – Noromaniac.

Der auf dem Cover des Noro Magazine 22 gefeaturte Spectra-Cardigan von Deborah Newton wurde aus der Farbe 2 gestrickt und braucht, abhängig von der Größe, 3 bis 6 der 150-g-Knäule Noro Haruito:

Spectra-Cardigan von Deborah Newton in der Farbe #2 Inhabe gestrickt. Du siehst einmal das Strickmuster auf dem Rückenteil und die Strickjacke von vorn mit Beschreibungstext. Foto: Soho/NoroMagazine – Noromaniac.

Im Heft findest du dann noch mehr Fotos und ein Interview mit der Designerin:

Das Cover des Noro Knitting & Crochet Magazine Issue 22 mit dem gestrickten Spectra-Cardigan aus Noro Haruito. Foto: Soho/NoroMagazine – Noromaniac.

Und auch für das letzte Modell mit dem Namen Sanibel Island aus dem Magazin wurde von der Designerin Katherine Mehls die Farbe 01 gewählt. Die Jacke ohne Verschluss wird von oben nach unten gestrickt und hat 3/4-lange Ärmel. Du brauchst dafür, je nach Größe, 8 bis 11 der 150-g-Knäule.

Verschlussloser kurzer Cardigan Sanibel Island mit dreiviertel-langen Ärmeln von der Designerin Katherine Mehls in der Farbe #01 Hakusan. Foto: Soho/NoroMagazine – Noromaniac.

Alle drei gefeaturten Modelle im Heft sind Cardigans und ich … ich mache noch einen. Die Farbe, die ich mir gewählt habe ist die 06 Myoko, die mit den Wasserfarben. Mein Strickjacke wird allerdings fast schon ein Mantel, denn ich stricke sie länger und komplett in einem Lace-Muster, das die weiter oben beschriebene Wasseranmutung noch unterstreicht.

Das Norogarn Noro Haruito in Farbe #06 Myoko aus Japan im Knäuel auf einem Strickmuster aus der gleichen Farbe. Foto und Design: Katrin Walter – Noromaniac

Noromaniacs GarnrezensIon der Noro Haruito

Zugeben, meine Garnrezension hier, ist – jetzt im August 2023 – etwas spät für ein Frühlingsgarn Doch manches Mal ist es eben so. Ich möchte mir immer genügend Zeit nehmen, um das Garn für dich zu testen und daher kann es auch einmal später werden. Zudem gab es Lieferschwierigkeiten am Anfang, auch weil bei Noro sehr viel Handarbeit in die Garne gesteckt wird und der Prozess der Verarbeitung lang und aufwendig ist.

Doch im Grunde macht es nichts, der Materialmix in diesem Garn kann eigentlich auch im Sommer und Herbst getragen werden also der Einsatz deines neuen Pullis oder Cardigans oder Tuchs muss nicht auf den Frühling beschränkt bleiben … und du brauchst ja keinem sagen, dass das Garn „Frühling“ heißt. 😉

Zum Schluss zeige ich dir noch einmal alle sechs Launchfarben aus 2023 der Noro Haruito im Vergleich nebeneinander:

Die spektakuläre Farbpalette der Noro Haruito mit den 7 Launchfarben im Jahr 2023. Foto: Eisaku Noro Ltd – Noromaniac


Solltest du Fragen haben, kontaktiere mich gern … und wenn ich dir hiermit wertvolle Infos für dein Projekt geben konnte, kannst du dich gern bei mir mit einem Tässchen Kaffee oder Cappuccino bedanken. Das würde mich sehr freuen und dafür schon einmal vorab Danke sehr 🙂


Zu den anderen Norogarnen …


Fotoquellen: Farbrapporte von Knittingfever/Noroyarns. Fotos Modelle aus der Noro Haruito Soho/Noro Knitting & Crochet Magazine und teilweise Fotos Eisaku Noro & Co. Ltd. Restliche Fotos: Katrin Walter – Noromaniac.