Verrückt nach Noro-Garn
 
Sweet-Holes-Pulli aus Noro Ohajiki oder den Sommer feiern

Sweet-Holes-Pulli aus Noro Ohajiki oder den Sommer feiern

Wie begeistert ich von diesem Noro-Garn bin, konntest du bereits in meiner Garnbeschreibung der Noro Ohajiki lesen, daher habe ich mir nach meinen Candy Dress aus diesem herrlichen Sommergarn, noch ein luftiges Teil gestrickt, den Sweet-Holes-Pulli. So feiere ich dieses wundervolle Garn und den Sommer. Und du?

Juicy Farbe

Besonders die Farbe #04 Ikoma hat es mit angetan – ein leuchtend heller Korallen- oder auch lachsfarbener Ton. Vielleicht siehst du in ihm aber auch die Farbe von Pfirsichen oder diesen saftigen, pinkfarbenen Grapefruits? Letzere mag ich sehr und nur beim Denken an diese herrlich juicy und bittersüßen Früchte läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Falls es dir auch so geht, findest du ganz am Ende des Artikels eine Drink-Empfehlung dazu.

Das Noro-Garn Ohajiki in der Farbe #04 Ikoma im Knäuel. Die Sonne bringt es ans Licht, wie gut die Eisaku Noro Ltd, heute unter der Leitung von Takuo Noro, mit Farben spielen kann. Einfach nur herrlich dieser an pink Grapefruit erinnernde Ton. Foto: Katrin Walter – Noromaniac
Wie kann man da widerstehen? Die Noro Ohajiki unter dem Sonnenlicht scheint selbst von innen zu leuchten. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Diese Farbe macht einfach gute Laune.

Zarte Löcher

Wie schon bei meinem Candy Dress wollte ich im Sweet-Holes-Pulli mit einem zarten See-through-Effekt spielen, also mit leichter Transparenz von sehen und nicht sehen, ohne dass es zu aufdringlich wird oder man noch unbedingt etwas darunterziehen muss. Zuerst dachte ich an Fallmaschen, doch diese sind mir zu offen und unordentlich. Zudem liegt dort immer nur ein Faden allein quer. So habe ich mir diese Art Leitermuster ausgedacht, denn meine „Holes“ liegen alle exakt übereinander und zwischen den Löchern befinden sich immer zwei verschlungene Fäden. Das ist stabiler und sicherer, auch wenn bei diesem Noro-Garn der Faden eher regelmäßig ist.

Das Strickteil im Gegenlicht, um seine luftige Struktur noch besser zu zeigen. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Sweet-Holes-Pulli – die Idee

Diese durchbrochenen Stellen in meinem Sweet-Holes-Pulli kontrastieren durch ihre vertikale Anordnung mit dem horizontalen Farbverlauf aus diesem zart selbststreifenden Garn von Noro. Sie machen den Sweater noch leichter und unterstreichen die ohnehin schon sehr atmungsaktiven Eigenschaften der Noro Ohajiki.

Der Sweet-Holes-Pulli im Gegenlicht. So spürst du schon beim Anblick, wie atmungsaktiv und luftig er ist. Foto: Katrin Walter – Noromaniac
Der Sweet-Holes-Pulli im Gegenlicht, um seine luftige Struktur noch besser zu erkennen.

Sweet und easy

Und das „sweet“ im Sweet-Holes-Pulli? Na ja, weil die Farben einfach soooo süß sind und auf reife Früchte oder Sweeties verweisen – wie bei den Assoziationen zu den Farben in meiner Rezension zu diesem Garn.

Das Strickmuster ist zudem ziemlich einfach. Hier die Anleitung dazu:

Lochmuster-Pattern im Sweet-Holes-Pulli

Dieses klare, grafisches Lochmuster bildet fast quadratische Löcher übereinander. Du brauchst dazu eine Maschenzahl, die durch drei teilbar ist plus eine Masche und dieses Pattern besteht aus nur zwei Reihen.

Das Strickmuster, eine Art Lochmuster wie eine Leiter, da die luftigen Löcher immer direkt übereinanderliegen. Eine einfache Musteranleitung, die nur aus zwei Strickreihen besteht. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Set-up

  • Also eine Maschenzahl 3 + 1 sowie + 2 Randmaschen (auf jeder Seite 1) anschlagen
  • Dann eine Reihe rechts stricken (Hinreihe)
  • Dann eine Reihe rechts stricken (Rückreihe)
  • Diese beiden Reihen bilden die Basis, um die nun kommenden, sich immer wiederholenden zwei Lochmusterreihen schöner aussehen zu lassen.

Lochmuster/Leitermuster

  1. Reihe (Hinreihe): RM, *1re, 2re zus, 1 U*, 1re, RM (von * bis * stets wiederholen)
  2. Reihe (Rückreihe): RM, bis einschließlich der vorletzten Masche links stricken, RM

Abkürzungen

  • 2re zus – zwei Maschen rechts zusammenstricken
  • re – rechts gestrickte Masche/n
  • RM – Randmasche, diese wird hier immer rechts gestrickt, egal ob du auf der Hin- oder Rückreihe bist
  • U – Umschlag

So, nun kannst du dir selbst einen Sweet-Holes-Pulli stricken (vielleicht einfach aus geraden Teilen mi einem einfachen Bateau-Ausschnitt) oder das Leiter-Lochmuster in anderen Strickteilen ausprobieren.

Der Sommerpulli ist im relaxed Fit gestrickt mit langen locker fallenden, leichten Ballonärmeln. Der lachsrosa Ton mit feinen Streifen ist eine vielseitige und sehr schmeichelnde Farbe zum kombinieren zu sportlichen und schicken Looks. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Sweet-Holes-Pulli – das Design

Gerade sind oversized Oberteile sehr angesagt. Alle großen Marken führen sie. Doch weit und trotzdem kleidsam ist immer eine gute Wahl für sommerliche Outfits, wo es darauf ankommt, dass man trotz der Wärme gut angezogen aussieht, auch wenn die Haut nicht mehr ganz frisch ist bzw. gedacht für alle, die es nicht all zu offenherzig mögen.

Genau dieser Design-Ansatz war mir wichtig in meinem Sweet-Holes-Pulli. Er sollte nichts offensichtlich offenbaren, sondern fein kleiden. Sweet bedeutet auch mild oder lieblich … passend auf dem Punkt zu diesem Konzept. Den Rest macht die Farbe. Sie unterstreicht die Frische, die dem Sweet-Holes-Pulli innewohnt und schreit förmlich SOMMER.

Der Sweet-Holes-Pulli ist zum Tragen direkt auf der Haut gedacht, nur mit einem BH oder Body darunter oder auch ganz ohne was, denn die tollen natürlichen Materialen (50% Baumwolle, 20% Seide, 15% Wolle und 15% Viskose) der Ohajiki sollen ihre Benefits direkt ausspielen können.

Der Sweet-Holes-Pulli mit V-Ausschnitt und kleinem Stehkragen in seiner ganzen Pracht. Er ist im oversized Fit angelegt und besteht aus dem Garn Noro Ohajiki aus Japan #04 Ikoma, gestrickt in einem einfachen Lacemuster. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Spannen – spannend – spannender

Die gerade gesetzten, vertikalen Lochreihen sind exakt im rechten Winkel zu den horizontalen Streifen und machen so das einfache Strickteil noch spannender. Die Teile sind im Grunde gerade hoch gestrickt, also easy-peasy. Ich habe vorn einen kleinen V-Ausschnitt gewählt. Auf der Rückseite hat er einen runden Ausschnitt, der mit einer leichten Raffung versehen ist. Das hält einmal die Weite, die ich für das Rückenteil wollte, zusammen, ist aber auch ein schönes Designelement.

Ansicht der Rückseite des Sweet-Holes-Pullis aus dem Garn Noro Ohajiki mit leichter Raffung am hinteren Halsausschnitt, der die Weite leicht zusammenhält. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Der Mini-Stehkragen ist am Ende mit einfachen festen Maschen angehäkelt und bietet dadurch noch etwas mehr Stand.

Doch einen Wermutstropfen gibt es hier. Ich habe davon bereits in den anderen Artikeln zu diesem Garn berichtet: der Drall. Du musst deine Teile unbedingt spannen und zwar richtig kräftig, denn die Überzwirnung der Noro Ohajiki macht dein gerade gestricktes Teil zum Trapez. Wirklich extrem … wie du im folgenden Bild sehen kannst:

Das Noro-Garn Ohajiki hat sehr viel Drall und so ist das fertige Stickteil zunächst ziemlich verzogen. Starkes Spannen ist die Lösung, wie du auf dem Bild sehen kannst. Foto: Katrin Walter – Noromaniac
Links das gespannte Vorderteil, rechts das noch ungespannte Rückenteil.

Wichtig ist dann das komplette Durchtrocken, bevor du die Teile wieder abnimmst.

Die Ärmel sind lang und unten etwas zusammengerafft. Dadurch entsteht eine leichte Ballonform.

Die unten etwas zusammengenommen Ärmel ergeben eine leichte Ballonform. Das luftige Lacemuster wurde am gesamten Sommerpulli, dem Sweet-Holes-Pulli, im relaxed Fit eingesetzt: vorn, hinten und an den Ärmeln, damit alles super atmungsaktiv ist. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Mein Sweet-Holes-Pulli wurde im Juni 2026 fertig, sodass ich ihn Anfang Juli in meinem Instagram-Profil mit dem Kalenderbild von Gaelle Boissonard von diesem Monat zeigen konnte

Das Kalenderblatt von Juli aus meinem Kunstkalender 2026 von Gaelle Boissonard, dem Monat, in dem der Sweater mit Lacemuster aus der Noro Ohajiki fertig war. Neben dem Pulli liegt ein Knäuel eines anderen Sommergarns von Noro, die Noro Mebuki und eine Kone mit Paillettengarn. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Danke für dein Durchhalten bis hierhin. Dafür gibt es nun eine kleine Erfrischung, das Rezept eines alkoholfreien Grapefruit-Holunderblüten-Cocktails …

Der Drink zum Sweet-Holes-Pulli

Passend zur Farbe und der frischen Anmutung des Sweet-Holes-Pullis, fand ich das folgende Rezept genau richtig, jetzt für den Sommer, auch weil ich den Grapefruit-Geschmack so liebe. Dabei bevorzuge ich die pinken Früchte, denn das Auge isst … ähm … trinkt ja mit. 😉

Also los geht’s. Du brauchst pro Person:

  • eine Grapefruit
  • einen Esslöffel Holunderblütensirup
  • 100 bis 150 Milliliter Tonic-Water (oder Mineralwasser mit Sprudel)
  • einige Eiswürfel
  • sowie frische Minzblätter

Du halbierst die Grapefruit und presst eine Hälfte aus. Die andere Hälfte schneidest du in Scheiben und dann in kleine Stücke, ohne Schale. Nun  gibst du Eiswürfeln und die Fruchtstückchen in ein hohen Glas und gießt den Grapefruitsaft darüber, den du vorab mit dem Holunderblütensirup gemischt hast. Etwas umrühren und dann füllst du das Glas mit dem Tonic-Water oder Mineralwasser auf. Mit frischer Minze dekorieren und genießen!

Extratipp: Die Minze im Glas mit einem Löffel anquetschen, dann kommt ein Hauch feinen Minzgeschmacks mit in dein Getränk und macht es noch komplexer.

Zum Feiern des herrlichen Garns aus Japan oder des fertig gestrickten Sweaters oder zum Erfrischen zwischen dem Maschen-hin-und-herschieben oder oder oder … der passende Drink ein Grapefruit-Holunderblüten-Cocktail. Foto: Katrin Walter – Noromaniac

Dazu mach dir vielleicht den „Serenta Rap“ von Jovannotti hier an. Er erinnert mich an den Sommer, vor allem das Fahren zwischen Deutschland und Italien in einem Auto, dass noch keine Klimanlage hatte … mit offenem Fenster und voll aufgedrehtem Audio, als die CD „Lorenzo 1984“ mit diesem Song rauf und runter lief. Ich liebe diesen Song heute immer noch.


Zur Garnbeschreibung der Noro Ohajiki geht es hier …

Und wusstest du, dass Ohajiki auch der Name eines Spiels aus Japan ist. Die Spielregeln dazu gibt es hier …


Foto- u.A. quellen zum Sweet-Holes-Pulli

Alle Fotos, die Idee, das Design und der Text zum Sweet-Holes-Pulli sind Copyright © Katrin Walter – Noromaniac. Verwendetes Garn: Noro Ohajiki von Eisaku Noro & Co. Ltd., im Großhandelsvertrieb über Knittingfever

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