Verrückt nach Noro-Garn
 
Gehäkelter Mebuki-Blüten-Yukata

Gehäkelter Mebuki-Blüten-Yukata

Die traditionelle Bekleidung der Japaner war einst der Kimono und für den Sommer die leichte Variante, der Yukata, und voilà, hier gibt es nun Noromaniacs Version: den gehäkelten Mebuki-Blüten-Yukata aus unzähligen Hexagonen und Teilen davon. Im folgenden Beitrag beschreibe ich nicht nur, wie der Yukata-Mantel aus dem neuen „Blütengarn“ Noro Mebuki entstanden ist, sondern erzähle dir auch eine kleine Anekdote aus meinem Japanaufenthalt mit einem Yukata.

Ein Kimono, der auf einem Zweig mit Blüten durch die Luft schwebt, gemalt von Gaelle Boissonard, als hätte sie vorgeahnt, dass mein kimonoähnlicher Sommermantel jetzt im August 2026 fertig wird. Foto: Katrin Walter– Noromaniac
Links ein kleiner Teil des fertig gehäkelten Mebuki-Blüten-Yukatas, vorn ein Knäuel der Noro Mebuki und rechts das Augustbild von Gaelle Boissonard aus ihrem Kunstkalender 2026 mit schwebendem Kimono.

Was ist ein Yukata?

Ein Yukata ist eine traditionelle japanische Bekleidung für den Sommer. Da die Sommer in Japan sehr heiß und vor allem schwül sind, ist man dort froh über ein lockeres, leichtes und atmungsaktives Kleidungsstück. Oft ist so ein Teil in leuchtenden Farben und fröhlichen Mustern, wie bei meinem Mebuki-Blüten-Yukata zu finden. So ein Yukata kann – im Gegensatz zum offiziellen Kimono – ohne aufwendige Unterkleider getragen werden. Er besteht dabei immer nur aus einer Lage Stoff.

Eine Frau und ein Mann von hinten laufen durch die Straße einer japanischen Stadt und tragen beide je einen Yukata. Foto von Victoriano Izquierdo aus Unsplash– Noromaniac

Meine Yukata-Erfahrung in Japan

Als ich in Japan war, sind wir für zwei Nächte in einem Ryokan mit Onsen im Hakone-Gebiet abgestiegen. Dort war es kein Muss, aber fast alle sind dort nur mit dem Yukata rumgelaufen, zu den Mahlzeiten und natürlich, wenn du dir das Eintauchen in die heiße Quelle gegönnt hast. Dann bist du nur mit Yukata bekleidet in den Onsen, damit du, ohne viel drumherum, so wie Natur dich schuf, schnell in das heiße Becken steigen konntest. Zum Frühstück und Abendbrot, war es allerdings so luftig leicht dann doch nicht gern gesehen. Du musstest darüber noch eine weite, lange Weste tragen, die, selbst wenn sich der Gürtel deines Yukatas etwas lockern sollte, trotzdem alles bis zum Oberschenkel ordentlich bedecken sollte.

So wie auf dem folgenden Foto sah das bei mir am ersten Abend (im Spiegelbild) aus. Da bin ich ohne diese (hässliche) Weste los, hatte jedoch meinen langärmeligen und langbeinigen Schlafanzug darunter, also alles sehr bequem und züchtig. Ich wurde dann ermahnt und ab nächstem Frühstück war ich dann natürlich „ordentlich“ angezogen, wie es vom Ryokan gewünscht war.

Noromaniac im Ryokan-Yukata im Hakone-Gebiet, aufgenommen während ihrer Japanreise, auf der sie auch Takuo Noro und den Sitz des japanischen Garnherstellers besucht hat. Foto: Katrin Walter

Zumindest hatte ich meinen japanischen Yukata im Ryokan richtig gekreuzt, mit der linken Seite über der rechten. Hier unterlief mir also zum Glück kein Fauxpas, denn andersherum zu überkreuzen (was für uns Frauen bei westlicher Kleidung eigentlich normal ist), symbolisiert in Japan den Tod und das sollte man besser vermeiden.

Mit meinem Mebuki-Blüten-Yukata wäre ich hier garantiert durchgefallen, mit seinen vielen Durchblicken und ganz ohne Gürtel. Doch ich möchte mein Häkelteil ja auch eher als Überwurf und offen tragen, kann ihn jedoch immerhin vorn mit einer Häkelschnur zusammenbinden (gänzlich ohne Überkreuzen). Mehr dazu weiter unten.

Detailansicht des gehäkelten Mantels aus Blumen-Hexagonen aus den japanischen Garnen Noro Mebuki, Noro Sonata mit etwas Noro Ohajiki am Kragen. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

Wann tragen ihn Japaner und Japanerinnen?

Als ich in Japan war, war das von Mitte Oktober bis Anfang November. Das Wetter war warm, wie bei uns im Spätsommer, aber es wurde kein Yukata mehr getragen, daher kann ich es nur aus Berichten anderer wiedergeben. Wie ich bereits in der Garnbeschreibung zum gleichnamigen Garn von Noro, der Noro Yukata, berichtet habe, wird dieses Kleidungsstück heute gern bei bestimmten Events im Sommer wie bei Feuerwerken, Tanzfesten und Festivals getragen und besteht nur aus einer Lage Stoff. Und sonst ist es eben – wie oben beschrieben – eng mit der Badekultur verbunden. Yukata bedeutet nämlich einfach „Badebekleidung“ und verweist damit auf den ursprünglichen Gebrauch. In manchen Onsen und fast jedem Ryokan liegen Yukatas für die Gäste bereit, dann aber für alle aus einem einheitlichen Stoff, nichts Individuelles und schon gar nicht so etwas wie meinen ganz persönlichen, gehäkelten Mebuki-Blüten-Yukata.

Dafür ist meiner auch gar nicht gedacht. Doch schauen wir uns zunächst noch einmal die Ausgangsgarne an…

Die verwendeten Noro-Garne aus Japan

Natürlich befindet sich die namensgebene Noro Mebuki im Mantel aus gehäkelten Hexagonen. Es handelt sich um die Frühlingsfarbe #07 Shunshoku. Dazu wollte ich in jedem Fall das japanische Solo-Garn Noro Sonata kombinieren. Zuerst dachte ich an viele bunte Töne dieses Solidgarns:

Zwei der 150-g-Knäuel der Noro Mebuki zusammen mit einigen als Knäuel gerollte Farben der Noro Sonata aus Japan. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

Beim Zusammensuchen der einzelnen Farben viel mir auch die Sonata Farbe #15 Taupe in die Hände. Es changiert wunderschön zwischen hellem Graubraun und sehr hellem Mint. Das siehst du nur, wenn du ganz dicht rankommst, wie im folgenden Foto:

Nahaufnahme eines Knäuels Noro Mebuki Farbe #07 Shunshaus links und eines Strangs Noro Sonata Farbe #15 Taupe rechts. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

Und ich entschied mich um und dafür, die extrem lieblichen Töne der Noro Mebuki #07 mit Taupe abzumildern. Als ich merkte, dass mein Vorrat an Sonata Taupe nicht ausreichte, packte ich noch etwas von der Noro Sonata Farbe #14 Perl dazu … das sind die etwas helleren grauen Bereiche in meinem Mebuki-Blüten-Yukata, wie du weiter unten sehen kannst.

Erste gehäkelte Sechsecke für den mit Blumen übersäten Mantel, ein Knäuel der Noro Mebuki #07 Shunshaus und ein gewickeltes Knäuel Noro Sonata #15 Taupe in einer Schale. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

Der kleine Stehkragen und eine Reihe ganz unten am Rand sind dann noch zusätzlich mit der Noro Ohajiki in der herrlich juicy Farbe #04 Ikoma gehäkelt – ein Rest aus meinem Sweet-Holes-Pulli.

Collage aus zwei Fotos. Einmal der Häkelmantel oben mit dem Stehkragen aus der noro Ohajiki und einmal der Saum mit geraden Häkelreihen zum Abschluss. Hier siehst du auch die halben Sechsecke zum Begradigen des unteren Randes. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

Das Design von Noromaniacs Mebuki-Blüten-Yukata

Nachdem die Noro Mebuki im Frühjahr 2026 rausgekommen ist und ich um ihre Bedeutung wusste, hatte ich sofort etwas mit Blüten im Kopf. So entstand mein Design mit den gehäkelten Hexagonen oder – umgangsprachlich – den Sechsecken. Die eher kompakte Blüte habe ich jeweils mit durch Luftmaschen getrennten Stäbchen umhäkelt. Dadurch entstand eine leichtere und luftigere Textur als bei den sonst gerne verwendeten dichten Stäbchenreihen bei solchen Mustern. Zudem scheinen durch diesen Kniff die Mebuki-Blüten förmlich in der Luft zu schweben. Außerdem sparte dieses Vorgehen Garn und damit Gewicht, was bei einem so langen Mantel von Vorteil ist, denn gerade Häkelmodelle sind durch ihren hohen Garnverbrauch sonst immer ziemlich schwer.

Gehäkelte Hexagone, zusammengelegt zum Zusammennähen für den langen kimonoähnlichen Sommermantel aus drei Noro-Garnen. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

Der etwas andere Sommermantel

Designs aus Sechsecken sind ja etwas tückisch, da immer irgendwo eine Ecke von ihnen absteht. Bei mir sollte es jedoch gerade Kanten geben. Also häkelte ich zuerst einmal jede Menge dieser Basiselemente, um sie zu einem sinnvollen Teil zusammenlegen zu können.

Blütenmotive, die beim Testhäkeln entstanden sind aus mehreren Farben der Noro Sonata, einmal umhäkelt mit der Noro Mebuki. Zu sehen sind außerdem ein paar japanische Motive aus einem Buch mit Spezialpapier zum Basteln. Foto: Katrin Walter– Noromaniac
Im Foto siehst du erste Testversionen aus bunten Sonata-Blüten und deren Umhäklung mit der Noro Mebuki. Am Ende habe ich es andersherum gemacht und die Blüten aus Mebuki gehäkelt.

Später ergänzte ich an der Unterkante halbe Sechsecke (siehe auf dem Foto oben), an der seitlichen Verbindung von Vorder- und Rückelteil ganze Rauten, am vorderen Rand halbe längsgeteilte Rauten sowie unten halbe quergeteilte Rauten.

Seitenansicht des gehäkelten, langen Mebuki-Blüten-Yukatas aus den japanischen Garnen Noro Mebuki, Noro Sonata mit etwas Noro Ohajiki an Stehkragen und an der unteren Kante. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

Nur an den Ärmelenden beließ ich den gezackten Rand (siehe Fotos weiter unten).

Mit meinem Mebuki-Blüten-Yukata wollte ich hauptsächlich einen verschlusslosen Mantel erschaffen, der nur bei Bedarf vorn leicht zusammengebunden werden kann.

Der offen zu tragende Kimono-Mantel kann auch mit einem gehäkelten Band, deren Enden zwei herzförmige Perlen zieren, zusammengebunden werden. Das Foto zeigt diese Verschlusslösung. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

Meine Schnur dazu zieren an den Enden noch zwei dicke Herzperlen, die innen opak und außen transparent sind. Eine kleines Schmuckelement in der Körpermitte als wirklich winzige Hommage daran, dass ein Yukata, wie ein Kimono in der Taille zusammengebunden wird, meist mit einem Obi (da gab es auch einmal ein gleichnamiges Noro Garn, die Noro Obi. Weißt du noch?)

Trotzdem habe ich ihn einmal mit einem Obi-Gürtel und Uchiwa*-Fächer (beide direkt in Japan erworben) fotografiert. Auch ein Paar Flipflops sind auf dem Foto. Das ist nicht stilecht aber sie passen so schön von der Farbe her 😉 und außerdem ist ja auch mein Mebuki-Blüten-Yukata nur eine Interpretation eines echten japanischen Kleidungsstücks. Mein Design – meine Regeln 😉

Der aus einzeln gehäkelten Sechsecken zusammengesetzte Mantel von Noromaniac gestylt wie ein Kimono mit Obi-Gürtel und Uchiwa-Fächer. Das neue Sommergarn 2026 von Noro aus Japan ist hier stilgerecht in Szene gesetzt. Foto: Katrin Walter
Mein Mebuki-Blüten-Yukata im Japan-Style. Hier siehst du auch die halben längsgeteilten Rauten.

Einen weiteren langen Sommermantel von mir kennst du schon, nicht wahr? Es ist der Knit&Crochet-Coat aus der Noro Kumo, mit dem ich auch im Noro Magazine war.

Der Mebuki-Blüten-Yukata in voller Pracht

Er ist luftig mit den vielen Durchbrüchen und die zurückhaltenden Farben der Noro Sonata lassen die gehäkelten Blüten so richtig herausstechen und fast über dem Untergrund schweben.

Der Mebuki-Blüten-Yukata ist ein Häkelmantel im Kimono-Stil. Hier Ansicht von hinten mit einem guten Blick auf die Konstruktion und die Blütenpracht, die dem Garnnamen der Noro Menuki huldigt. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

Wenn du dir das vorherige Foto genau anschaust, erkennst du vielleicht zwei eingebaute „Fehler“. Na ja keine echten Fehler. Ich habe bewusst die Blüte des Sechsecks hinten oben in der Mitte aus der Noro Sonata Farbe #17 Lavander gehäkelt als Reminiszenz an meine Logo-Farbe. Weiterhin befindet sich hinten unten, in der vorletzen Reihe mit Sechsecken, leicht links ein Sechseck, dass ich absichtlich andersherum gehäkelt habe: die Blüte aus der Noro Sonata (hier Farbe #19 Chartreuse) und die Lace-Runden aus der Noro Mebuki. Ich denke, wenn ich es dir nicht eben mitgeteilt hätte, hättest du es vermutlich gar nicht bemerkt, da sich alles schön harmonisch einfügt.

Im Bild oben erkennst du gut die helleren Partien aus der Noro Sonata in der Farbe #14 Perl und im Folgenden bekommst zwei Ansichten von vorn:

Collage aus zwei Fotos den getragenen Mebuki-Blüten-Yukatas, in denn man gut die Konstruktion, die fast schwebend anmutenden Blüten aus der Noro Mebuki und den Zackenabschluss an den Ärmeln erkennen kann. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

Blüten allover

Nicht nur mein gehäkelter Mebuki-Blüten-Yukata besteht aus Blüten. Dazu trage ich ein Kleid, dass allover mit Blüten bedruckt ist und wenn du ganz genau hinschaust, siehst du auch einen Blütenring an meinem Finger 😉 und kannst den Zackenrand am Ärmel bewundern. Es sind dort die einzigen Stellen, an denen ich die zackigen Kanten der Hexagone zugelassen habe.

Der Mebuki-Blüten-Yukata in Aktion an Noromaniac, die dazu noch ein Blütenkleid trägt. Der Mantel umspielt die Silhouette. Du kannst gut die zackigen Abschlüsse an den Ärmeln erkennen. Foto: Katrin Walter– Noromaniac
Noch einmal der Mebuki-Blüten-Yukata von hinten, wie er beim Gehen mitschwingt und mit seinem fließenden Charakter die Figur umspielt. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

So, das war es fürs erste aus meinem Blumenladen … ähm Designstudio. Mit dem letzten Bild verabschiede mich für heute bis zum nächsten Projekt. Die Kommentarfunktion ist aber immer offen und du kannst mir weiter unten gern ein paar blumige Worte zu meinem Mebuki-Blüten-Yukata aus Häkel-Sechsecken hinterlassen, über die ich mich sehr freuen würde.

Noch einmal der Mebuki-Blüten-Yukata von hinten, wie er beim Gehen mitschwingt und mit seinem fließenden Charakter die Figur umspielt. Foto: Katrin Walter– Noromaniac

Fotoquellen und Urheberschaft Mebuki-Blüten-Yukata:

Foto der beiden Personen mit Yukata von Victoriano Izquierdo aus Unsplash.
Alle restlichen Fotos sowie Idee, Design, Häkelarbeit und Text © Katrin Walter – Noromaniac


*Uchiwa ist auch ein Name eines Noro-Garns und indem du auf den Garnnamen klickst, kannst du mehr über die Noro Uchiwa erfahren.


Mehr Jacken und Mäntel von Noromaniac gibt es hier …


Alle aktuell erhältlichen Noro-Garne siehst du bei Knittingfever oder bei deinem Garnhändler des Vertrauens.

 

6 Comments

  1. Maren

    Super schön gemacht und super schön erzählt, liebe Katrin! Du hast dich für tolle Farben entschieden und die Geschichte dazu ist auch richtig schön. Vielen Dank dafür!

    1. Noromaniac

      Welch tolle Idee, liebe Jetta. Blumen sind wirklich die schönste Nebensächlichkeit im Leben und zeigen uns die Vielfalt der Natur. Ich liebe Blumen, genauso wie du. Vielen Dank für deinen Kommentar und eine dicke Umarmung für dich.

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