Die traditionelle Bekleidung der Japaner war einst der Kimono und für den Sommer die leichte Variante, der Yukata, und voilà, hier gibt es nun Noromaniacs Version: den gehäkelten Mebuki-Blüten-Yukata aus unzähligen Hexagonen und Teilen davon. Im folgenden Beitrag beschreibe ich nicht nur, wie der Yukata-Mantel aus dem neuen „Blütengarn“ Noro Mebuki entstanden ist, sondern erzähle dir auch eine kleine Anekdote aus meinem Japanaufenthalt mit einem Yukata.

Was ist ein Yukata?
Ein Yukata ist eine traditionelle japanische Bekleidung für den Sommer. Da die Sommer in Japan sehr heiß und vor allem schwül sind, ist man dort froh über ein lockeres, leichtes und atmungsaktives Kleidungsstück. Oft ist so ein Teil in leuchtenden Farben und fröhlichen Mustern, wie bei meinem Mebuki-Blüten-Yukata zu finden. So ein Yukata kann – im Gegensatz zum offiziellen Kimono – ohne aufwendige Unterkleider getragen werden. Er besteht dabei immer nur aus einer Lage Stoff.

Meine Yukata-Erfahrung in Japan
Als ich in Japan war, sind wir für zwei Nächte in einem Ryokan mit Onsen im Hakone-Gebiet abgestiegen. Dort war es kein Muss, aber fast alle sind dort nur mit dem Yukata rumgelaufen, zu den Mahlzeiten und natürlich, wenn du dir das Eintauchen in die heiße Quelle gegönnt hast. Dann bist du nur mit Yukata bekleidet in den Onsen, damit du, ohne viel drumherum, so wie Natur dich schuf, schnell in das heiße Becken steigen konntest. Zum Frühstück und Abendbrot, war es allerdings so luftig leicht dann doch nicht gern gesehen. Du musstest darüber noch eine weite, lange Weste tragen, die, selbst wenn sich der Gürtel deines Yukatas etwas lockern sollte, trotzdem alles bis zum Oberschenkel ordentlich bedecken sollte.
So wie auf dem folgenden Foto sah das bei mir am ersten Abend (im Spiegelbild) aus. Da bin ich ohne diese (hässliche) Weste los, hatte jedoch meinen langärmeligen und langbeinigen Schlafanzug darunter, also alles sehr bequem und züchtig. Ich wurde dann ermahnt und ab nächstem Frühstück war ich dann natürlich „ordentlich“ angezogen, wie es vom Ryokan gewünscht war.

Zumindest hatte ich meinen japanischen Yukata im Ryokan richtig gekreuzt, mit der linken Seite über der rechten. Hier unterlief mir also zum Glück kein Fauxpas, denn andersherum zu überkreuzen (was für uns Frauen bei westlicher Kleidung eigentlich normal ist), symbolisiert in Japan den Tod und das sollte man besser vermeiden.
Mit meinem Mebuki-Blüten-Yukata wäre ich hier garantiert durchgefallen, mit seinen vielen Durchblicken und ganz ohne Gürtel. Doch ich möchte mein Häkelteil ja auch eher als Überwurf und offen tragen, kann ihn jedoch immerhin vorn mit einer Häkelschnur zusammenbinden (gänzlich ohne Überkreuzen). Mehr dazu weiter unten.

Wann tragen ihn Japaner und Japanerinnen?
Als ich in Japan war, war das von Mitte Oktober bis Anfang November. Das Wetter war warm, wie bei uns im Spätsommer, aber es wurde kein Yukata mehr getragen, daher kann ich es nur aus Berichten anderer wiedergeben. Wie ich bereits in der Garnbeschreibung zum gleichnamigen Garn von Noro, der Noro Yukata, berichtet habe, wird dieses Kleidungsstück heute gern bei bestimmten Events im Sommer wie bei Feuerwerken, Tanzfesten und Festivals getragen und besteht nur aus einer Lage Stoff. Und sonst ist es eben – wie oben beschrieben – eng mit der Badekultur verbunden. Yukata bedeutet nämlich einfach „Badebekleidung“ und verweist damit auf den ursprünglichen Gebrauch. In manchen Onsen und fast jedem Ryokan liegen Yukatas für die Gäste bereit, dann aber für alle aus einem einheitlichen Stoff, nichts Individuelles und schon gar nicht so etwas wie meinen ganz persönlichen, gehäkelten Mebuki-Blüten-Yukata.
Dafür ist meiner auch gar nicht gedacht. Doch schauen wir uns zunächst noch einmal die Ausgangsgarne an…
Die verwendeten Noro-Garne aus Japan
Natürlich befindet sich die namensgebene Noro Mebuki im Mantel aus gehäkelten Hexagonen. Es handelt sich um die Frühlingsfarbe #07 Shunshoku. Dazu wollte ich in jedem Fall das japanische Solo-Garn Noro Sonata kombinieren. Zuerst dachte ich an viele bunte Töne dieses Solidgarns:

Beim Zusammensuchen der einzelnen Farben viel mir auch die Sonata Farbe #15 Taupe in die Hände. Es changiert wunderschön zwischen hellem Graubraun und sehr hellem Mint. Das siehst du nur, wenn du ganz dicht rankommst, wie im folgenden Foto:

Und ich entschied mich um und dafür, die extrem lieblichen Töne der Noro Mebuki #07 mit Taupe abzumildern. Als ich merkte, dass mein Vorrat an Sonata Taupe nicht ausreichte, packte ich noch etwas von der Noro Sonata Farbe #14 Perl dazu … das sind die etwas helleren grauen Bereiche in meinem Mebuki-Blüten-Yukata, wie du weiter unten sehen kannst.

Der kleine Stehkragen und eine Reihe ganz unten am Rand sind dann noch zusätzlich mit der Noro Ohajiki in der herrlich juicy Farbe #04 Ikoma gehäkelt – ein Rest aus meinem Sweet-Holes-Pulli.

Das Design von Noromaniacs Mebuki-Blüten-Yukata
Nachdem die Noro Mebuki im Frühjahr 2026 rausgekommen ist und ich um ihre Bedeutung wusste, hatte ich sofort etwas mit Blüten im Kopf. So entstand mein Design mit den gehäkelten Hexagonen oder – umgangsprachlich – den Sechsecken. Die eher kompakte Blüte habe ich jeweils mit durch Luftmaschen getrennten Stäbchen umhäkelt. Dadurch entstand eine leichtere und luftigere Textur als bei den sonst gerne verwendeten dichten Stäbchenreihen bei solchen Mustern. Zudem scheinen durch diesen Kniff die Mebuki-Blüten förmlich in der Luft zu schweben. Außerdem sparte dieses Vorgehen Garn und damit Gewicht, was bei einem so langen Mantel von Vorteil ist, denn gerade Häkelmodelle sind durch ihren hohen Garnverbrauch sonst immer ziemlich schwer.

Der etwas andere Sommermantel
Designs aus Sechsecken sind ja etwas tückisch, da immer irgendwo eine Ecke von ihnen absteht. Bei mir sollte es jedoch gerade Kanten geben. Also häkelte ich zuerst einmal jede Menge dieser Basiselemente, um sie zu einem sinnvollen Teil zusammenlegen zu können.

Später ergänzte ich an der Unterkante halbe Sechsecke (siehe auf dem Foto oben), an der seitlichen Verbindung von Vorder- und Rückelteil ganze Rauten, am vorderen Rand halbe längsgeteilte Rauten sowie unten halbe quergeteilte Rauten.

Nur an den Ärmelenden beließ ich den gezackten Rand (siehe Fotos weiter unten).
Mit meinem Mebuki-Blüten-Yukata wollte ich hauptsächlich einen verschlusslosen Mantel erschaffen, der nur bei Bedarf vorn leicht zusammengebunden werden kann.

Meine Schnur dazu zieren an den Enden noch zwei dicke Herzperlen, die innen opak und außen transparent sind. Eine kleines Schmuckelement in der Körpermitte als wirklich winzige Hommage daran, dass ein Yukata, wie ein Kimono in der Taille zusammengebunden wird, meist mit einem Obi (da gab es auch einmal ein gleichnamiges Noro Garn, die Noro Obi. Weißt du noch?)
Trotzdem habe ich ihn einmal mit einem Obi-Gürtel und Uchiwa*-Fächer (beide direkt in Japan erworben) fotografiert. Auch ein Paar Flipflops sind auf dem Foto. Das ist nicht stilecht aber sie passen so schön von der Farbe her 😉 und außerdem ist ja auch mein Mebuki-Blüten-Yukata nur eine Interpretation eines echten japanischen Kleidungsstücks. Mein Design – meine Regeln 😉

Einen weiteren langen Sommermantel von mir kennst du schon, nicht wahr? Es ist der Knit&Crochet-Coat aus der Noro Kumo, mit dem ich auch im Noro Magazine war.
Der Mebuki-Blüten-Yukata in voller Pracht
Er ist luftig mit den vielen Durchbrüchen und die zurückhaltenden Farben der Noro Sonata lassen die gehäkelten Blüten so richtig herausstechen und fast über dem Untergrund schweben.

Wenn du dir das vorherige Foto genau anschaust, erkennst du vielleicht zwei eingebaute „Fehler“. Na ja keine echten Fehler. Ich habe bewusst die Blüte des Sechsecks hinten oben in der Mitte aus der Noro Sonata Farbe #17 Lavander gehäkelt als Reminiszenz an meine Logo-Farbe. Weiterhin befindet sich hinten unten, in der vorletzen Reihe mit Sechsecken, leicht links ein Sechseck, dass ich absichtlich andersherum gehäkelt habe: die Blüte aus der Noro Sonata (hier Farbe #19 Chartreuse) und die Lace-Runden aus der Noro Mebuki. Ich denke, wenn ich es dir nicht eben mitgeteilt hätte, hättest du es vermutlich gar nicht bemerkt, da sich alles schön harmonisch einfügt.
Im Bild oben erkennst du gut die helleren Partien aus der Noro Sonata in der Farbe #14 Perl und im Folgenden bekommst zwei Ansichten von vorn:

Blüten allover
Nicht nur mein gehäkelter Mebuki-Blüten-Yukata besteht aus Blüten. Dazu trage ich ein Kleid, dass allover mit Blüten bedruckt ist und wenn du ganz genau hinschaust, siehst du auch einen Blütenring an meinem Finger 😉 und kannst den Zackenrand am Ärmel bewundern. Es sind dort die einzigen Stellen, an denen ich die zackigen Kanten der Hexagone zugelassen habe.

So, das war es fürs erste aus meinem Blumenladen … ähm Designstudio. Mit dem letzten Bild verabschiede mich für heute bis zum nächsten Projekt. Die Kommentarfunktion ist aber immer offen und du kannst mir weiter unten gern ein paar blumige Worte zu meinem Mebuki-Blüten-Yukata aus Häkel-Sechsecken hinterlassen, über die ich mich sehr freuen würde.

Fotoquellen und Urheberschaft Mebuki-Blüten-Yukata:
Foto der beiden Personen mit Yukata von Victoriano Izquierdo aus Unsplash.
Alle restlichen Fotos sowie Idee, Design, Häkelarbeit und Text © Katrin Walter – Noromaniac
*Uchiwa ist auch ein Name eines Noro-Garns und indem du auf den Garnnamen klickst, kannst du mehr über die Noro Uchiwa erfahren.
Mehr Jacken und Mäntel von Noromaniac gibt es hier …
Alle aktuell erhältlichen Noro-Garne siehst du bei Knittingfever oder bei deinem Garnhändler des Vertrauens.
Wow, was für ein schöner Mantel, ein buntes Blumenmeer
Vielen Dank, liebe Rita, für deine „Blumen“ 😉 und die positive Bewertung.
Super schön gemacht und super schön erzählt, liebe Katrin! Du hast dich für tolle Farben entschieden und die Geschichte dazu ist auch richtig schön. Vielen Dank dafür!
Liebe Maren, wie ich mich freue über deinen Kommentar als Expertin für Garn und Handarbeiten. Dein Lob macht mich richtig stolz. Danke schön und auf bald! Katrin
Diese „Flower Power“ lässt jeden im tristen Alltag die Wunder und Kraft der Natur spüren.
Welch tolle Idee, liebe Jetta. Blumen sind wirklich die schönste Nebensächlichkeit im Leben und zeigen uns die Vielfalt der Natur. Ich liebe Blumen, genauso wie du. Vielen Dank für deinen Kommentar und eine dicke Umarmung für dich.